Sehenswürdigkeiten /Aktivitäten: Kreta

Gortyn: Die Stätte liegt in der Tiefebene im Süden der Insel und soll "Zeus" und "Europa" als Liebesnest gedient haben. Aus ihrer Liebesbeziehung gingen die 3 Kinder "Minos" (König von Kreta), "Rhadamanthys" (Herrscher von Kreta und Richter der Unterwelt) und "Sarpedon" (Heerführer im Trojanischen Krieg) hervor.
Gortyn gehörte in der "Klassik" und im "Hellenismus" zu den bevölkerungs- und einflussreichsten Städten der Insel und wurde zu Zeiten der Römer sogar Hauptstadt Kretas.
Während man erste Besiedlungen auf das Neolithikum datiert, fand man ebenfalls Hinweise auf eine bronzezeitliche minoische Siedlung.
Nach dem Einfall der Dorer wuchs die Stadt kontinuierlich, und man statuierte eine Akropolis, eine Agora und einen "Tempel des Apollon".
"Hanibal" soll hier (189 v. Chr.) Asyl gefunden haben und nach der römischen Besetzung von 69 v. Chr. kam es 10 Jahre später zur Christianisierung der Bevölkerung. Laut Überlieferung hat "Apostel Paulus" hier das Christentum gepredigt.
Freigelegt wurden u.a.: Inschriften aus dem 5.Jhrh.v.Chr. Eine der frühesten europäischen juristischen Schriften, die "Gesetzessammlungen von Gortyn", die gesetzliche Regelungen bzgl. des Staats- und Familienrechts, des Erbschafts- und Vermögensrechts sowie das Ehe- und Familienrecht betreffen, gehören zu den bedeutendsten archäologischen Errungenschaften Kretas. Erhalten geblieben sind 12 der ursprünglich 42 Steintafeln, und befanden sich an einem öffentlichen Gebäude der Agora.
Der Gesetzestext gilt nicht nur für seine Zeit als bemerkenswert liberal.

Teil der Stätte sind ausserdem die "Titus-Basilika" aus dem 6.Jhrh.

Der heilige "Titus", ein Schüler des "Apostel Paulus" erlangte hier, im Zentrum der christlichen Bekehrung, den ersten Bischofssitz.

Ein "Circus", ein "Amphitheater", sowie die sagenumwobene "Labyrinth-Höhle von Gortyn" befinden sich ebenfalls hier.


Palast von Knossos: Das bronzezeitliche historische Bauwerk liegt bei Heraklion und ist als "Europäisches Kulturerbe", der grösste und prächtigste Palast der frühesten europäischen Hochkultur. Während Knossos bereits im 4.Jhrt. besiedelt wurde, entwickelten sich ca. 1000 Jahre darauf mehrere kleine Königreiche. Die bedeutendste und aufwendigste Residenz wurde "der Palast von Knossos". Erbaut zwischen 2100 und 1800 v. Chr., entstand er erstmalig als 5-Etagiger Gebäudekomplex. Zwischen 1750 und 1700 v. Chr. wurde der Palast durch ein schweres Erdbeben zerstört, anschliessend jedoch noch feudaler wieder errichtet und blieb sogar bis in die Byzanz hinein besiedelt. Mit Beginn der Neupalastzeit, entwickelte sich Knossos zum souveränen Staat und baute seine Häfen und militärischen Mittel beträchtlich aus.
Die Legende sagt, dass "Minotaurus der Stiermensch" hier gezeugt wurde.


Palast von Phaistos: Der zweitgrösste minoische Palast der Bronzezeit, liegt an der Südküste Kretas und man vermutet erste Besiedlungen der Umgebung im Jungneolithikum (4000 v. Chr.). Erste Fundstücke der Früh-Minoer werden auf 3000 v. Chr datiert.
Mit zunehmender Einflussnahme der minoischen Kultur entstand 19.-18.Jhrh. v. Chr. ein Bauwerk das sich mit Knossos messen konnte.
Auch hier wurde 100 Jahre später ein Wiederaufbau durch ein Erdbeben verschuldet, der allerdings nicht vollendet wurde. Unweit von "Phaistos" entstand zeitgleich der Palast von "Agia Triada", dem neuen Herrscherzentrum in das die Administration nach dem "grossen Brand v. 1425v.Chr." verlegt wurde.
Besiedlungen von Phaistos bestanden fort, zumal die einfallenden griechischen Mykener die neue Epoche einläuteten, der Palast wurde jedoch nicht wieder errichtet.
Erst ab 750v. Chr., mit Einfluss der Dorer entwickelte sich Phaistos zum bedeutenden Stadtstaat. Ausgrabungen zufolge wurden in der Antike neue Häuser, Strassen und Tempel errichtet um noch später der Stadt Gortyn unterworfen zu werden.


Palast von Malia: Der Bau befindet sich ca. 30 km östlich von Heraklion. Diese ebenfalls grosse minoische Palastanlage von ca.1900 v. Chr. war nicht befestigt und steht gemessen an Pracht und Aufwand im Schatten von Knossos und Phaistos. Da der Bau zeitgleich mit dem "Palast von Knossos" Zerstörungen zum Opfer fiel, geht man von einer Umweltkatastrophe wie einem Erdbeben oder Vulkanausbruch aus.

500m weiter nördlich befinden sich in der "minoischen Totenstadt" Königsgräber die zwischen dem 19.-18. Jhr.v.Chr. datiert werden.
Eines von den nach Plünderungen erhaltengebliebenen Schätzen ist "die Biene von Malia" die im "Archäologischen Museum von Heraklion" zur Besichtigung ausgestellt ist.


Archäologisches Museum Heraklion: Beherbergt beeindruckende Kulturschätze aus der Minoischen Epoche bis hin zur Spätbyzanz.
Berühmte Exponate repräsentieren den historischen Hintergrund der Insel aber auch das profane Leben vor über 3500 Jahren;
Funde aus "Phaistos", "Knossos" u. "Agia Triada", wie die "Biene von Malia" oder die "Diskos von Phaistos", minoische Skulpturen, Fresken und Kunstschätze aus byzantinischer Epoche und vieles mehr befinden sich hier.


Marienkloster Kera Kardiotissa: Gut erhaltene bzw. restaurierter Sakralbau mit Fresken aus dem 14.Jhr., welche mehrmals von den Türken geraubt und auf wundersame Weise jedesmal von Engeln wieder zurück nach Griechenland gebracht wurden.
Als Kreta vom osmanischen Reich besetzt wurde diente das Kloster als geheimer Treffpunkt für schulischen Unterricht der griechischen Bevölkerung.

Gortyn

Palast von Knossos

Palast von Phaistos

Palast von Malia

Archäologisches Museum Heraklion

Marienkloster Kera Kardiotissa