Sehenswürdigkeiten / Aktivitäten: Kavala

Kavala: Das damalige Neapolis liegt am Thrakischen Meer und wurde im 7.Jhrh.v.Chr. von Bewohnern der gegenüber liegenden Insel Thassos, den "Thasiten", gegründet. Durch Silber und Goldgewinnung im Lekanisgebirge erlangte es an witschaftlicher Grösse und wurde 168 v. Chr. zur Stadt erhoben.

Aus späteren Zeiten sind erhalten geblieben: 

Die Altstadt, mit vielen kleinen engen kopfsteingepflasterten Gassen. Die winzigen Geschäfte, Cafes und Tavernen schlängeln sich labyrintartig den Berg hinauf und man erreicht nach 15 bis 20 min Fussweg die von den Venezianern errichtete Burg und hat einen wundervollen Blick über das Thrakische Meer.

Der Hafen, deren Promenade sich der Länge nach über ganz Kavala erstreckt ist ebenfalls mit vielen Tavernen und Cafes ausgestattet. Der bevorzugte Ort fürs Nachtleben ist Anlaufstelle für viele Strassenkünstler und Musiker. 
Die Burg (Zitadelle): Zu den vielen Rekonstruktionen haben Byzantiner, Franken und Türken beigetragen. Die Befestigungsanlage wurde während der venizianischen Besatzung im 15 Jhrh. erbaut und man hat von dort einen wundervollen Blick über die Altstadt und das Meer.

Das zugehörige Museum bietet ausserdem eine Cafeteria im anliegenden Garten.
Die Kamares: Das römisch mittelalterliche Aquädukt ist ein 2-geschössiges Bauwerk mit 60 Bögen. Die Instandhaltungsarbeiten wurden von "Süleyman I. dem Prächtigen" im 16. Jahrhundert durchgeführt.

Das Bauwerk wurde konzipiert um Wasser von den Bergen auf die damalige Halbinsel "Panagia", der heutigen Altstadt Kavalas zu überführen.
Das Imaret: Der Bau wurde gestiftet vom Gouverneur und Herrscher der ägyptischen Dynastie "Muhammad Ali Pascha". Das Bauwerk entstand 1817 und fungierte als Moschee, Schule für moslimische Geistliche und wurde später zum Armenhaus für Bedürftige aus der Stadt. Umso widersprüchlicher, dass der Ort in private Hände gelang und aus dem Kulturgut ein Luxushotel errichtet wurde das für den Normalbürger leider nur schwer zur Besichtigung zugänglich ist. (Von aussen lässt sich aber auch einiges erkennen!)


Pangeon-Gebirge: Der Gebirgszug zwischen den Flüssen "Strymon" und "Xiropotamos" im Westen Kavalas erreicht mit 1956 m seine höchste Erhebung. Das Gebirge war im Altertum bekannt für seine Gold- und Silber-Vorkommen, wurde jedoch schon früh von den Thrakerstämmen ausgebeutet.

"Philipp der II" brachte aufgrund dieser reichen Vorkommen im Zuge der Eroberung von "Amphipolis", dem Athener Stützpunkt um den Gold- und Silber-Bestand zu kontrollieren, diesen Ort ebenfalls um 357 v. Chr. unter seine bzw. makedonische Herrschaft.


Vergina: Die etwas weiter weg gelegene "antike Stadt" in der Region Zentral-Makedonien, gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Die archäologische Ausgrabungsstätte legte eine Nekropole mit an die 300 Gräber der nebenan liegenden Siedlung aus dem 11.-9.Jhrh.v.Chr., sowie die prunkvollen Kammergräber des königlichen makedonischen Herrschergeschlechts frei.

Dieser Fund war in der Fachwelt eine Sensation.

Mit der Zugehörigkeit der Grabanlagen ist man sich bisher zwar nicht ganz einig, man geht aber davon aus, das in dem grössten und prächtigsten mit Säulen, Pfeilern, Grabbeigaben und der "goldenen Larnax" ausgestatteten Grab "Philipp der II" von Makedonien begraben wurde.

Der "Stern von Vergina", Symbol der makedonischen Königsdynastie, befindet sich auf der "goldenen Larnax", die die Gebeine "Philipps des II" enthält und befindet sich hier im unterirdischen Museum des "grossen Hügelgrabes".

Desweiteren befinden sich hier die Gräber von "Philipp dem III", "Alexander dem Grossen" sowie seinem Sohn, Persephone, Eurydike...u.v.a.

Zur nebenan liegenden antiken Stadt aus dem 4.Jhrh.v.Chr gehören Heiligtümer und das Theater in dem man "Philipp den II" ermordete, und das 200 Jahre später zur Ruine wurde. Man vermutet das dieser Ort identisch ist mit der antiken Stadt "Aigai", der Haupstadt des antiken Makedoniens, die bis zu den Zeiten "Alexanders dem Grossen" vorherrschte.

Überreste eines Palastes, ebenfalls aus dem 4.Jhrh.v.Chr., sind an den Hängen des "Pieria-Gebirges", in der Nähe des "Olymps" (Sitz der 12 Gottheiten in der griech. Mythologie) zu finden. Allerdings wurde auch er durch die Eroberung der Römer nicht älter als 200 Jahre.


Philippi:  Die Ausgrabungsstätte bei Krenides, der ursprünglich antiken Stadt "Daton" (thrakisch) von 362 v. Chr. zählt als "älteste christlich Gemeindebildung" und gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Umbenennung erfolgte durch "Philipp II", Vater von "Alexander dem Grossen", der die Stadt 7 Jahre später von den "Thasiten" im Zuge der Ausbreitung der makedonischen Dynastie annektierte.

148 v.Chr. wurde Makedonien Teil des römischen Reichs und der Ort erlangte durch seine Lage an der "Via Egnatia", eine von den Römern kurz darauf erbaute Strasse die den Bosporus mit dem Balkan, bzw. der Adriaküste verbindet, an Grösse. Wirtschaftlich und geostrategisch immer mehr an Bedeutung gewinnend, wurde sie bald zum Verkehrskorridor zwischen Rom und dem Nahen Osten. Überreste sind ebenfalls in Kavala (Agios Silas) zu finden. Verewigen konnten sich in Schriften und Ruinen u.a.:
Die beiden Caesar-Attentäter "Brutus" und "Cassius via Octavius" (Kaiser Augustus) und "Marcus Antonius", die hier die berühmte Doppelschlacht gewannen, und ab 42 v.Chr. für eine vermehrte Ansiedlung römischer Legionäre sorgten.

"Apostel Paulus" soll hier nach seiner Verkündung die erste christliche Gemeinde gegründet haben. (Apostelgeschichte 16,11-14)
Zu sehen sind ausserdem die "Akropolis", ein "Mauerring", ein "Marktplatz", "Toiletten", "Häuser", ein "Gymnasion" und ein "Amphitheater" das noch heute genutzt wird, sowie das "Gefängnis des Paulus".    

 

Dion: Ausgrabungsstätte der Thraker, die am unteren Ende des Olymps liegt und in der Mythologie als Residenz der "12 olympischen Gottheiten" gilt, befindet sich dicht bei Katerini gleich neben den Ausgrabungen von Leivithra.

Von den Thrakern gegründet, wurde die Stadt 700 v.Chr. vom makedonischen König "Perdikkas I" erobert und diente später "Philipp II" (382-336Jhrh.v.Chr.) als Militärfestung mit Befestigungsmauer und Infrastruktur.

Erbaut wurde unter König "Archelaos I" ein Stadion für die "Olympischen Festspiele" und man dankte ihm mit einem Zeus-Tempel, woraufhin der Ort zum religiösen Zentrum Makedoniens aufstieg. Eine Badeanlage mit Wasserleitungssystem sowie die Ruinen eines römischen und griechischen Theaters liegen etwas abseits.

Ebenfalls in den Ruinen befindet sich das Heiligtum der ägyptischen Göttin "Isis", die Göttin der Wiedergeburt, der Magie und der Geburt in der Welt der ägyptischen Mythologie.

Ein weiteres "Zeus-Heiligtum" wurde kürzlich ausserdem freigelegt.

Infolge von Naturkatastrophen ging diese Stadt sowie viele andere Bauwerke zwischen dem 4. und 5. Jhrh. unter.

Kavala

Altstadt

Hafen

Burg / Kamares

Imaret

Pangeon

Vergina

Philippi

Dion